Inhalt Nicht ganz stubenreim Derbe Gedichte, nichts für sensibele Gemüter
Alle Gedichte: © Stefan Pölt 2015

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  Nicht ganz stubenreim
    - Das Ding
    - Mittelalterliches Gerichtsprotokoll
    - Stiller Ort
    - Würfelhusten
  Linksammlung

Das Ding

Wenn man es genau betrachtet
hängt er meistens ziemlich lose
von den Frauen kaum beachtet
bei den Männern in der Hose.

Hat der Mann jedoch 'ne tolle
Dame mit nach Haus genommen
endet diese Nebenrolle
dann ist seine Zeit gekommen!

Hastig will der Mann ihn zücken
doch es will ihm ums Verrecken
selbst beim dritten Mal nicht glücken
ihn gezielt ins Loch zu stecken.

Einmal will er's noch versuchen
etwas rütteln, etwas drehen
mit viel Schimpfen und mit Fluchen
ist es schließlich doch geschehen.

Was die Tür zum Öffnen brachte
war des Mannes Schlüsselbund
und wer etwas andres dachte
ist ein alter Schweinehund!


Mittelalterliches Gerichtsprotokoll

R: Als Ihr den edlen Ritter küsstet
    im frisch gemachten Liebesnest
    war dieser offenbar entrüstet
    bis auf sein Schwert, das hielt er fest.

    Mein Burgfräulein, Ihr habt gelogen!
    Der Ritter war nicht in die Schlacht
    nein, nackig war er ausgezogen
    und Ihr habt an ihm rum gemacht.

B: Verehrter Richter, wenn Ihr wüsstet
    was noch geschah in dieser Nacht
    wonach es Rittern so gelüstet
    und was ich alles durchgemacht!

    Der Ritter war nicht wohlerzogen
    ich bat ihn, dass er von mir lässt
    doch seine Triebe überwogen
    und ganz umsonst war mein Protest.

R: Mein Burgfräulein, ich muss doch bitten!
    Das ist nicht grade guter Stil.
    So schrecklich habt ihr nicht gelitten
    jetzt übertreibt mal nicht so viel.

    Dass Euch der Ritter auserkoren
    hat Euch doch sicherlich entzückt.
    Ihr habt auf Gott den Eid geschworen
    jetzt sagt die Wahrheit ungeschmückt!

B: Mein Nachthemd war mir grad entglitten
    ich hatte mich danach gebückt.
    Da kam der Ritter angeritten
    und hat mich hinterrücks beglückt.

    Er feuerte aus alle Rohren
    doch bei dem wilden Ritterspiel
    hat er das Gleichgewicht verloren
    und die Besinnung, als er fiel.

    Sein Anblick war mir kein Vergnügen
    die Wirbel hatten einen Knick.
    So lag er in den Bettbezügen
    noch steifer als sein bestes Stück.

    Und solltet Ihr mich jetzt belehren
    mein hoch verehrter Richtersmann
    dann werd ich mich auch nicht beschweren
    ich nehme jede Strafe an.

R: Nicht Euch, den Ritter muss ich rügen!
    Was ist das für ein Edelmann?
    Will seine Ehefrau betrügen
    und macht sich an ein Mädel ran.

    Des Ritters Tod ist zu erklären
    das Ganze war ein Missgeschick.
    Er rutschte aus beim sich Vermehren
    und brach sich dabei das Genick.


Stiller Ort

Leider ist das stille Örtchen
nicht so leise wie es heißt.
Zwar hört man kein Sterbenswörtchen
aber Töne hört man meist.

Manche wolln sie unterdrücken
und sie pressen nur ganz kurz
doch es will nicht immer glücken
und schon hört man einen Furz.

Andren scheint's nichts auszumachen
denn sie pressen, dass es knallt
und erfreun sich, wie das Krachen
an den Wänden widerhallt.

Und so ist das stille Örtchen
nicht so leise wie es heißt.
Zwar hört man kein Sterbenswörtchen
doch den Nachbarn, der grad scheißt.


Würfelhusten

Herr P., der gerne lange feiert
und danach in die Schüssel reihert
weil sieben Bier in seinem Magen
sich nicht mit dem Likör vertragen

der wird ganz bleich und wird ganz blass
sein Blick wird stumpf, die Stirn wird nass.
Den armen Wicht sieht man jetzt schwitzen
und auf das stille Örtchen flitzen.

Er weiß gar nicht, wie ihm geschieht
als er so vor der Schüssel kniet
muss keuchen, würgen und auch prusten
wird puterrot vom Würfelhusten.

Dabei es ist schon sagenhaft
wie nun der ganze Magensaft
mit Hochdruck steil nach oben schießt
und sich darauf ins Klo ergießt.

Es gehn ihm noch mal durch den Kopf
das Bier, der Schnaps, der Wursteintopf
der Schweinebraten mit der Schwarte
rückwärts die ganze Speisekarte.

Es riecht auch ungeheuerlich
so beißend scharf und säuerlich
als er vereint mit allen Kräften
sich selbst befreit von Gallensäften.

Herrn P., dem geht es wirklich dreckig
ja sein Gesicht ist blass und fleckig
und wieder bricht er mit Elan
ins feinste Meissner Porzellan.

Er meint recht leise und geschwächt
das letzte Bier, das war wohl schlecht
genauso schlecht, wie's ihm jetzt geht
doch die Erkenntnis kommt zu spät.

Ihr glaubt, Herr P. der wäre ich?
Das ist doch abenteuerlich!
Nein, ich bin immer lieb und brav
und auch kein Autobiograph.