Inhalt Nonsensgedichte Gereimter Quatsch mit Soße
Alle Gedichte: © Stefan Pölt 2015

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    - Bitte nicht lächeln!
    - Rechtschreibreform
    - GZSZ
    - Lallade
    - Zu bunt
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    - Verkohlt
    - Reimbrecher
    - Reimerei
    - Vorbilder
    - Hadewitts Alpträume
    - Seelenwanderung
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Bergung

Was unsre Berge alles bergen -
vom Schnee bis zu den sieben Zwergen.
Den Harz bedecken Klebe-Bäume
die Alpen liefern schlechte Träume.

Im Hunsrück krabbeln Floh und Wurm
die Eifel krönt ein hoher Turm.
Die Rhön verbirgt ein großes Rad
das Erzgebirge Eisenspat.

Der Kellerwald ist voller Bunker
der Kaiserstuhl voll Edel-Klunker
der Westerwald an Ostern zu
im Taunus schmilzt der Schnee im Nu.

Der Odenwald ist ein Gedicht
im Steigerwald mit Kohle Schicht.
Der Kyffhäuser steckt voller Drogen
der Vogelsberg ist ausgeflogen.


Bitte nicht lächeln!

Ich erwähne die Hygiene
dieser Zähne lieber nicht.
Aktuelle, visuelle
Großbaustelle im Gesicht.

Der Befund in dem Mund
ist kein Grund zur Begierde
und ein Riss im Gebiss
auch gewiss keine Zierde.

Lauter Löcher, noch und nöcher
groß wie Köcher ohne Pfeile.
Lustlos schmücken ein paar Brücken
die Zahnlücken mittlerweile.

Auch füll'n Plomben Katakomben
wie ein Bombenkrater weit.
Immer schiefer wird der Kiefer.
Spangenlieferschwierigkeit!

Bohrmaschinen gruben Minen
in Ruinen, die jetzt schwächeln.
Darauf thronen Legionen
Jacketkronen. Bloß nicht lächeln!


Rechtschreibreform

Ich sag's jetzt mal ganz ungeniert:
Das Deutsche ist zu kompliziert.
Der Duden hat gut tausend Seiten
die uns durchs Rechtschreibchaos leiten.

Die Einsparungen sind enorm
durch eine Rechtschreibereform.
Als erstes wird mit voller Kraft
die Großschreibung gleich abgeschafft.

und auch die schärfung und die dehnung
stößt bald auf völlige ablehnung.
das denungs-h ist vil zu schwer
verdopelungen gibt's nicht mer.

und auch die interpunktion
verlirt zunemend di funktion.
das alphabet wird reformirt
die buchstabenzal reduzirt

das "f" ersezt "v" und "ph"
und stat "ch" schreibt man jezt "k"
wozu braukts "j" und "y"
das "i" ist da das hat man schon

auk ä ö ü falen iezt weg
di rektschreibung verlirt den schrek
das "sch" und "z" zu guter lezt
di werden nok durk "s" ersezt

so einfak war si wol nok ni
sön slikt ist di ortografi
und komt dise reform gut an
ist demnakst di gramatik dran


GZSZ

Klar ist, dass sich Bretter biegen
wo die schweren Männer liegen
wie sich auch schon Bretter bogen
als die schweren Jungen logen.

Frauen sollten schneller laufen
wenn die alten Kerle raufen
wie sie auch schon schneller liefen
als die jungen Kerle riefen.

Reich und den Prozess verlieren
kann man im Gefängnis schmieren.
Arm und den Prozess verloren
muss man im Gefängnis schmoren.

Ach würdest du dir nur verkneifen
so hemmungslos herumzukeifen
dann hätte ich mir auch verkniffen
so hemmungslos herumzukiffen!

Man sieht es, wenn die Profis reiten
wie locker sie die Pferde leiten
und später, als die Laien ritten
da sah man, wie die Pferde litten.

Beginnen Feinde aufzuziehen
hilft nur noch, aus der Burg zu fliehen.
Die Feinde sind dann aufgezogen
und wir sind aus der Burg geflogen.

Nur die alten Leute wissen
was sie alle Tage missen.
Nur die jungen Leute wussten
was sie alle Tage mussten.


Lallade

Das L, das steht für Lachen,
für Lust und Laune machen
doch auch für Leidenschaft
die manchmal Leiden schafft.

Und willst Du mal betrügen
dann steht das L für Lügen.
Klaut man dem Poelt ein L
wird er zum Dichter schnell.

Geht's dluntel odel dlübel
klingt L in China übel.
Das L steht auch ganz häufig
bei Hündinnen vorm "äufig".

Doch L das steht vor allem
für Labern und für Lallen!


Jetzt wird's mir aber zu bunt

Grün sind Wiesen, Gras und Bäume
Rosarot die Mädchenträume
Rosa auch die Männerglatzen
Grau des nächtens alle Katzen

Grau der Schleier bei Verfärbung
Weiß die Wäsche in der Werbung
Weiß ein echtes Unschuldslamm
Braun die Matsche und der Schlamm

Braun ist auch der letzte Dreck
Rot dagegen Pökelspeck
Rot der Kopf bei Liebesmühe
Lila Schokoladenkühe

Lila war mal Frauenpower
Grün hofft Werder und der Bauer
Grün ist's Rugby 100 Yards Feld
Schwarz die Kohle - drum heißt's Schwarzgeld.


Para D'Ochs

Dass Kerzen schrumpfen und nicht wachsen
Geschäftsleute nur Ernstes faxen
die Frauen glatte Strähnchen locken
und Sänger meist in Hosen rocken

Dass Bärenjäger Fallen stellen
Kollegen sich zum Chef gesellen
und manche groß gewachs'ne Knappen
für einen Schimmel viel berappen

Dass Spitzenläufer überrunden
und Banken Jahreszinsen stunden
man Rasen sprengt und Bomben gießt
und die Gesundheit sehr genießt

Dass Menschen mit den Armen reichen
und Kirchentage Festen weichen
das widerspricht sich - im Vertrauen
nicht halb so viel wie manche Frauen!


Verkohlt

Ob Blumen- oder Rosen-
ob spitz, ob lang, ob rund
der Kohl ist selbst aus Dosen
sehr lecker und gesund.

Doch kann sich beim Verdauen
im Magentrakt ruck-zuck
ein Sud zusammenbrauen.
Schon steht man unter Druck.

Als wäre es Symbolik
(der Name Kohl erklärt's)
versteht man unter Kohlik
den kohlossalen Schmerz.

Den spürt man höchstpersönlich
in einer Kohlonie.
Dagegen hilft gewöhnlich
nur Pharmakohlogie.

Die löst den Druck der Gase
und als gerechten Lohn
erfreut danach die Nase
'ne Düfte-Kohlektion.

Viel Kohl aus den Kohlchosen
so wurde kohlportiert
hat auch schon Unterhosen
von innen kohloriert.


Reimbrecher

Fussballweisheiten
Der kluge Mann baut vor
dem Spiel die Leinwand auf
und sieht dann später: Tor -
sten Frings in vollem Lauf.

Der kluge Mann passt auf
den freien Mann davor
genau in seinen Lauf
und dann fällt gleich das Tor.


Reimbrecher
Selbst die schönsten Sätze sind bisweilen
so lang, dass sie nicht in diese Zeilen
passen und dadurch so abgehackt
wirken, dass die Leser aus dem Takt
kommen, was vermutlich gar kein Thema
wäre, würden sie nur in das Schema
passen, doch ich kann mit dieser Last
leben, denn der letzte Satz, der passt
eben! Fast!


So ein Zirkus!
Das große Zirkuszelt ist voll
  vollkommen leer gefegt
Der Clown hat sich mal wieder toll
  tollpatschig hingelegt
Die Assistentin ist so gut
  gutgläubig bis zuletzt
Der Löwenbändiger hat Mut
  mutwillig sie versetzt!


Reimerei

Ist 'ne komische Geschichte
warum reimen sich Gedichte
immer nur am Zeilenende?
Wo ich's doch viel schöner fände
reimten sie sich zu Beginn
oder auch Mal mittendrin.

Lange würde man dann feilen
bis die Reime aus den Zeilen
jedem gleich ins Auge springen
und ganz formvollendet klingen.

Noch wär das wohl ungewohnt
doch sehr kraftvoll und betont
so wie nie zuvor gehörte
Poesie, die uns betörte.

Doch das wäre wohl zu schwer
Dichter gibt's dann keine mehr.
Darum bleibt es wie es ist -
zu viel Reimerei ist Mist!


Vorbilder

Alle Dichterkoryphäen
würden sich im Grab umdräen
wenn sie diese Reime säen.

Ist doch alles grober Pfusch!
Mann, hau ab damit, husch, husch!
schimpft als erster Wilhelm Busch.

So ein Stümper, meine Herrn!
Haltet den vom Schreiben fern!
wettert Christian Morgenstern.

Auch der gute Eugen Roth
sieht die Lyrik schwer bedroht:
Solch ein Mensch braucht Schreibverbot!

Ja, man kann es schon verstäen
dass die Dichterkoryphäen
diese Reime so verschmäen.


Hadewitts Alpträume

Als um Punkt zwölf Mitternacht
lautstark ein Gewitter kracht
ist Herr Hadewitt erwacht
(müde von der Ritterschlacht).

Jäh aus Alpträumen gerissen
fühlt er sich total beschissen
und vergräbt sein Kopf im Kissen.
(Würde sich so gern verpissen.)

Gut vergraben unter Decken
sieht man Hadewitt den Schrecken
noch in seinen Knochen stecken.
(Musste man ihn so hart wecken?)

In den Ecken, halb im Dunkeln
scheinen hässliche Furunkeln
zwischen Augen wild zu funkeln.
("Scheiße", hört man ihn da munkeln.)

Dazu schauerliche Klänge
er steht auf, rennt durch die Gänge
stolpert, fällt in ganzer Länge
(und zwar voll auf sein Gehänge).

Hadewitt beginnt zu fluchen
und sich langsam abzusuchen.
Muss er jetzt zu den Eunuchen?
(Hah, von wegen - Pustekuchen!)

Die Geräusche werden stärker
in des Schlosses größtem Erker
sitzen Schurken in dem Kerker
(toben wild wie die Berserker).

Wie die fetten Kellerasseln
hört man sie mit Ketten rasseln
und wild durcheinander quasseln.
(Wolln ihm wohl den Schlaf vermasseln.)

Hadewitt hört Uhus krächzen
die nach seinem Leben lechzen
leider kann er nur noch schlecht sehn.
(Er ist eben nicht mehr sechzehn!)

Gruselige Schlossgespenster
fliegen durchs geschlossne Fenster.
Hadewitt, im Schweiße glänzt er
ruft "Haut ab!" (und "Los!" ergänzt er.)

Doch die wild gewordnen Geister
werden dreist und immer dreister
rufen gar nach ihrem Meister.
(Hadewitt denkt: "Scheibenkleister!")

Dann sind da noch Feuerdrachen
die ganz ungeheuer lachen.
Hadewitt packt seine Sachen
(um sich aus dem Staub zu machen).

Endlich hat der Traum ein Ende.
Hadewitt erhebt die Hände
und dankt Gott für diese Wende.
(Er gelobt ihm eine Spende.)

Morgen will er sich mehr zäumen
wenn in seinen wilden Träumen
Alp und Grusel überschäumen.
(Nur, er darf es nicht versäumen!)

Dass nicht noch mal alle durchdrehn
und die Pferde mit ihm durchgehn
darf er nicht mehr auf dem Turm stehn
(und so viel und lange fern sehn).


Seelenwanderung

Lasse meine Seele baumeln
doch das Ding fliegt mir davon
streift 'nen Baum, beginnt zu taumeln
landet sanft auf dem Balkon.

Während ich noch schimpf und moser
grinst sie seelenruhig und lacht:
"Nächstes Mal, du Seelenloser
gibst du aber besser Acht!"

Lachend tanzt sie am Geländer
schwebt dort wie von Zauberhand
summt vergnügt: "Return to sender -
Zielort leider unbekannt."

"Komm zurück, hab doch Erbarmen!"
Als sie merkt, wie sie mir fehlt
landet sie in meinen Armen
und ich lächele beseelt.


Namenssuche

Franziska wählten wir geschwind
als Name für das erste Kind.
Ein Junge wurd der zweite dann
wir tauften Paul den kleinen Mann.

Ihr denkt, die Namen gaben wir
in Anlehnung an Münchner Bier?
Doch blieben wir der Regel treu
dann hieß das dritte Löwenbräu!